Finde uns auf

„Der gewöhnliche Sterbliche hat keine Ahnung, welche Vitamine er braucht, auch nicht, in welcher Menge er jedes benötigt oder in welchen Nahrungsmitteln diese enthalten sind. Und doch erkrankt praktisch niemand, wenn er nicht gerade unfreiwillig Hunger leidet, an Mangelkrankheiten wie Skorbut, Beriberi oder Anämie. Wie schaffen wir das?"

Mein Kind will nicht essen Dr. Carlos González


Kindernächte


Dass Babys auch nachts zum Stillen aufwachen, ist ganz normal. Sie haben wegen ihres starken Wachstums einen hohen Bedarf an Energie. Muttermilch ist reich an Kalorien und Nährstoffen, und zugleich auch sehr leicht verdaulich. Sie passiert den Magen-Darm-Trakt daher recht schnell, so dass Babys bei der Nahrungsaufnahme noch nicht zwischen Tag und Nacht unterscheiden.

Babys melden sich nachts zudem, weil sie Sicherheit suchen. Über die Jahrtausende hinweg waren Menschenbabys ohne die Nähe der Eltern schutzlos jeder Gefahr ausgeliefert. Nur im direkten Körperkontakt waren sie geschützt und konnten beruhigt weiterschlafen. Auch heute versichert sich ein Baby beim Aufwachen jedes Mal aufs Neue der Nähe seiner Eltern. Wenn Sie nachts prompt auf die Signale Ihres Kindes reagieren, wird es sich geborgen fühlen, es kann sich entspannt satt trinken und danach schnell wieder weiterschlafen. Auf diese Weise wird die Brust auch nachts regelmäßig entleert, damit sich nichts staut, zugleich wird die Milchproduktion angeregt.

Wo ein Kind schlafen soll, ist eine individuelle Familienentscheidung; jede Familie findet eigene Lösungen, mit denen sie gut zurechtkommt. Viele stillende Mütter lassen ihr Baby gerne nahe bei sich schlafen. Manche Mütter nehmen das Baby mit ins Elternbett, andere haben ein Beistellbettchen oder ein Babybett im gleichen Zimmer stehen; wieder andere legen sich mit dem Kind auf eine große Matratze oder in ein großes Bett im Kinder- oder Gästezimmer. Wenn Sie Ihr Stillkind nachts in der Nähe haben, können Sie schnell auf seine ersten Signale reagieren und es direkt stillen. So läuft die Nacht möglichst ruhig ab. Der Schlafrhythmus einer stillenden Mutter passt sich übrigens dem ihres Stillkindes an, wenn beide möglichst nahe zusammenliegen. Beide tauchen zum Stillen gemeinsam aus dem Tiefschlaf auf und schlafen nach dem Stillen zusammen wieder weiter. So bekommt eine stillende Mutter trotz der aufreibenden Nächte möglichst viel eigenen Schlaf.

Wenn Sie mit Ihrem Stillkind zusammen in einem Bett schlafen, achten Sie auf Folgendes:

  • Das Baby schläft ohne Kopfkissen bevorzugt in Rückenlage
  • Es befinden sich keine losen Kissen oder Stofftiere in der Nähe des Babys
  • Feste Schlafunterlage und abgesicherte Bettseiten, das Baby sollte nicht in Spalten rutschen können
  • Das Baby liegt bevorzugt nur neben der Mutter, nicht zwischen den Eltern
  • Genügend Bewegungsfreiheit für Eltern und Baby
  • Das Kind ist vor Überwärmung geschützt: dünne Decken, kein Mützchen, niedrige Raumtemperatur
  • Kein elterlicher Konsum von Drogen, Alkohol oder dämpfenden Medikamenten
  • Rauchfreie Umgebung

Frühgeborene Kinder schlafen sicherer auf einer separaten Unterlage neben dem Elternbett.

Der Babyalltag und die Babynächte können sehr aufreibend sein. Gönnen Sie es sich, tagsüber möglichst langsam zu machen und wenn möglich gemeinsam mit dem Kind einen Mittagsschlaf zu halten. Auch der Austausch mit anderen Müttern oder einer Stillberaterin kann entlasten. Erwartungshaltungen wie "Schläft es schon durch?" können unter Druck setzen. „Durchschlafen“ ist kein Qualitätskriterium für das Muttersein, kein Baby muss Schlafen „lernen“. Die Schlafentwicklung ist ein individueller Reifeprozess jedes Kindes, kein Lernprozess.

 

Direkte Hilfe

Finden Sie eine LLL-Stillberaterin
in Ihrer Nähe:
Suche nach Name od. PLZ

  

Austausch?

Besuchen Sie eine Stillgruppe!
Zur Stillgruppensuche

Infoblätter

Ist mein Baby satt?

Lernen Sie die Signale Ihres Kindes kennen und erfahren Sie, wann Ihr Baby gut versorgt ist.

Infoblatt als PDF



LLL-Bücher

So können Sie Ihre Mehrlinge liebevoll an der Brust ernähren:

Zwillinge stillen
Susanne Wittmair



Auch SIE können uns helfen!

Wir beraten Sie ehrenamtlich. Ihre Spende oder Mitgliedschaft hilft uns, auch weiterhin kostenlose Stillberatung anbieten zu können.

Weitersagen!